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Beste DAW bisher

Ist schon eine Weile her, dass ich hier mal ein Update gepostet habe, also hier ist es:

In den letzten Monaten war ich schwer beschäftigt mit der Produktion des Albums „Gleichgewicht“ der Band Strichpunkt, welches nun endlich in den Läden steht:

https://www.amazon.de/Gleichgewicht-Strichpunkt/dp/B01JKG7P3O

Wir haben das komplette Album hier bei mir im Projektstudio aufgenommen und ich bin sehr zufrieden mit der Ergebnis.

Gegen Ende der Produktion suchte ich nach einer besseren DAW für die Marathonaufgabe des Mixdowns der nun 13 Lieder, die wir recordet hatten.
Vor Jahren (u.a während des Studiums) habe ich viel mit ProTools gearbeitet und den Workflow von Avids Flaggschiff kennen und lieben gelernt. Nicht umsonst ist ProTools nach wie vor die Nr. 1 der DAWs in den großen Studios dieser Welt.
Aber die Firmenpolitik und eingeschränkte Hardware Kompatibilität plus der immense Kostenpunkt führte nach und nach zum vollständigen Wechsel zu Logic und für elektronische Sachen zu Ableton sowie Bitwig Studio.

Logic wurde zur eierlegenden Wollmilchsau und ich nutzte es für so gut wie alle Schritte in der Produktion.

Aber mehr und mehr begannen mich die zahlreichen Macken und Bugs zu nerven und der Workflow gerade im Mix kann einfach nicht mithalten mit der ProToolschen Schule.

Also sah ich mich nach Alternativen um und testete etwa 5 verschiedene DAWs bis ich nun endlich eine Lösung für alles gefunden hatte:

Studio One Version 3.

Es vereint alles, was ich von einer modernen DAW erwarte in einem eleganten, stabilen und flexiblen Format und lässt so gut wie keine Wünsche übrig.
Es ist stark an den eigenen Workflow anpassbar und man kann sogar die Hotkeys so einstellen, dass sie dem Pro Tools Industriestandard entsprechen, sodass man sofort loslegen kann.

Die Audio Engine ist modern und voll auf die aktuellen 64 Bit Betriebssystem ausgelegt. Aber das beste ist das intuitive und entschlackte UI, dass das arbeiten mit Audiomaterial fast so einfach und schnell macht wie in ProTools und das sich mit jedem Update verbessert.

Und dann noch ein unfassbar niedriger Preis mit 3 verschiedenen Paketen.

Seit einem halben Jahr arbeite ich nun mit Studio One und es meistert alle Aufgaben, die sich stellen besser als all die anderen Programme auf meinem Mac.

Logic und Ableton starte ich nur noch, wenn ich ein altes Projekt öffnen muss und bin froh, wenn ich diese veralteten und objektiv schlechteren Programme wieder schließen kann.
Dass ich nach mehr als 8 Jahren Logic nun komplett hinter mir lasse und vollständig auf eine neue Software umsteige trotz der Hürden und Herausforderungen, die eine solche Umstellung mit sich bringt, spricht Bände.

Ich kann Studio One wirklich uneingeschränkt empfehlen für so gut wie alle Musikrichtungen und Ansprüche.

Hier die offizielle Webseite, schauts euch an:

http://www.presonus.com/products/Studio-One

Wünsche euch allen eine besinnliche Adventszeit und frohe Festtage!

Und immer weiter rocken! 😉

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Bass Recording – Ampeg SCR-DI, Booster und neue Saiten

Da ich gerade mit der Produktion eines Rock Albums beschäftigt bin, beschäftige ich mich gerade intensiv mit dem Thema Bass Recording.

Wir wollen den klassischen Punk/Rock Sound eines passiven Fender Basses mit dem Growl und Charakter der klassischen Ampeg Amps. Mein guter, alter Freund Dominik Pfister, seines Zeichens Bassist bei der Schweizer Hardrockband Shakra, war mit mir kürzlich auf der Musikmesse in Frankfurt und wir entdeckten dort den neuen Ampeg SCR-DI, einen Bass Preamp im Bodentreter Format und eben dem legendären Ampeg Sound.

 

Wir waren begeistert von dem guten Sound und dem kompakten Format, und so kaufte ich das Teil einige Monate später.

Da wir ausschließlich passive Bässe verwenden, habe ich noch ein Boost Pedal von Düsenberg davor gehängt, dass ich sonst für Gitarren verwende. Klingt hervorragend!

Ampeg SCR-DI und Duesenberg Gold Boost
Ein Boost Pedal vor einem passiven Bass kann Wunder wirken…

Dann noch neue Saiten auf den Jazz Bass (ich mag die Ernie Ball Hybrid Slinkys) und schon haben wir einen soliden Bass Sound.

Strings! Oben neu unten Alt
Strings! Oben neu unten Alt…

Hier ein Vergleich von den alten Strings zu den neuen:

Alte Saiten:

Neue Saiten:

 

Das ist mit Ultra Lo und Ultra Hi an.

 

Auch mit den Fingern gespielt erzeugen die neuen Saiten viel mehr Klarheit.

Alte Saiten:

Neue Saiten:

 

Hier habe ich Ultra Hi ausgeschaltet, da ich einen weicheren Sound wollte. Man nimmt bei solchen weichen Fingered Lines natürlich noch ein wenig die Knackfrequenzen via EQ heraus, aber wie immer gilt: Wegnehmen geht immer, hinzufügen nur gaaanz schwer. Also: immer neue Saiten drauf, auch wenn ihr einen dunklen Sound wollt.

 

Mit dem SCR-DI Sound bin ich restlos zufrieden. Bisher habe ich immer ein reines D.I. Signal aufgenommen und das dann in IK Multimedias Amplitube SVX bearbeitet. Hier ein Vergleich zu der SVT Classic Simulation von Amplitube mit neuen Saiten:

Amplitube SVX

Klingt auch nicht schlecht, aber jetzt mit dem SCR-DI habe ich diesen Sound direkt beim Recording und muss danach nichts mehr dran machen!

Mir ist allerdings aufgefallen, dass die Amplitube Simulation um einiges mehr Low End hat, wer also auf diese extrem tiefen Subbässe steht, sollte wahrscheinlich immer das Direktsignal über den Thru Out des SCR-DI mit aufnehmen und dann dieses auf einer weiteren Spur als Subbass mitlaufen lassen. Besonders wenn man den Verzerrer (genannt Scrambler) des SCR-DI noch dazuschaltet, ist das eine sehr hilfreiche Technik um die richtig tiefen Frequenzen hervorzuheben. Man kann dann mit Automation darüber entscheiden wann und wieviel man davon haben will.

Jetzt habe ich auf jeden Fall einen tollen Workflow und werde jetzt wohl das ganze Album so aufnehmen.

 

Demnächst werde ich noch einen Post zum Thema verzerrter Bass machen. Die heutigen Soundfiles sind bewusst ganz clean gehalten, damit man die Feinheiten besser heraushört.

Für richtig dreckige Growlbässe muss man ein bisschen mehr basteln, aber wie gesagt; das wird im nächsten Post erläutert.

 

Ich hoffe, das hat euch geholfen und jetzt wünsche ich viel Spaß beim Recorden! 😉

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Gitarren Amp Recording zu Hause

Ich habe die letzten 4 Wochen damit verbracht, eine Lösung folgendes Problem zu finden:

Ich brauche einen flexiblen, dynamischen Röhrenamp Sound in einer für Mietwohnungen angemessenen Lautstärke. Das ist eigentlich alles. Leicht gesagt, schwer eine wirklich gute Lösung zu finden.

Lösung 1:

Das erste, was ich probierte war ein 1×12“ 45 Watt Röhrencombo mit Powersoak und mit einem 3 Kanal Röhren Preamp (ich benutze den AMT SS-11A) davor.

Problem: Mir gefiel der komprimierte Sound der extrem runtergeregelten Endstufe nicht (vor allem im Crunch/Rhythm Bereich).

Lösung 2:

Kleiner 1 Watt Vollröhren Combo mit Direct Out und wieder 3 Kanal Preamp davor.

Problem: Kein Effektloop, also musste ich vom Preamp erstmal in die Vorstufe des Combos. Die beiden Vorstufen vertragen sich allerdings nicht wirklich und das Resultat waren viel zu viele unangenehme Obertöne auch mit Treble auf 0.

Lösung 3:

Wieder ein 1W Vollröhren Combo diesmal mit Effektloop.

Problem: Hier begann ich zu begreifen: Das eigentliche Problem, dass ich die ganze Zeit über hatte, ist der Speaker. Der Lautsprecher einer Gitarrenbox ist in seiner Bauweise einfach nicht für solch niedrige Pegel gemacht. Den Sound den man kennt und gewöhnt ist, bekommt man erst ab einer gewissen Lautstärke.

Also probierte ich den Line Out von dem Ding. Es klang mittelmäßig, ich war nicht zufrieden.

Lösung 4:

Also bestellte ich den PDI03-JB von Palmer einen relativ neuen Speaker Emulator entwickelt in Zusammenarbeit mit Joe Bonamassa. Testberichten zufolge soll dies so ziemlich das beste sein, was man unter 500€ an Hardware Speakersimulation erwerben kann. Er basiert auf dem klassischen Palmer PDI03 Rackteil, den man in so gut wie allen größeren Studios findet.

Also den SS-11A direkt an den Palmer angeschlossen und dann ins Pult.

Problem: Keins. Klingt geil.

Hier ein paar Sound Beispiele:

 

Clean:

Crunch:

Rhythm:

Lead:

Metal:

 

SS-11A / PDI03 JB

Verwendete Gitarren: 

Clean/Crunch/Rhythm/Lead:

Custom Stratocaster von einem lokalen Gitarrenbauer mit HSS Pickups (Humbucker in der Stegposition ist splitbar), Mahagoni Korpus,  Palisander Griffbrett und non-Tremolo Steg. Für manche Sounds verwende ich den Duesenberg Gold Boost.

Metal:

Ibanez RG mit Seymour Duncan SH-13 Dimebucker

Moral der Geschichte:

Es gibt 4 wichtige Bestandteile eines normalen E-Gitarren Setups: Gitarre, Vorstufe, Endstufe und Lautsprecher. In einer Live oder Proberaum Situation kann man einfach einen soliden Vollröhren Amp an eine 4×12“ Box anschließen und hat dann einen schönen, fetten Sound.

Zu Hause, wo man Rücksicht auf andere Menschen nehmen muss, geht das nicht wirklich. Das Problem ist allerdings nicht die Endstufe sondern vor allem der Lautsprecher.

Den Sound eines pumpenden Passivspeakers in Zimmerlautstärke bekommt man eh nicht hin. Aber mit einer guten Speakersimulation und guten Monitoren kommt man sehr nahe dran. Einen soliden Röhren Preamp bekommt man bereits für ~300€ (siehe mein AMT SS-11A), das Ganze ist also wirklich erschwinglich.

Das einzige, was wirklich nicht geht, ist das berühmte singende Feedback, das von der Interaktion von Gitarre und Lautsprecher entsteht. Aber das habe ich auch nicht erwartet. Wenn man das unbedingt braucht, muss man schon neben einer ziemlich lauten, echten Gitarrenbox stehen. Die meisten Gitarrenboxen haben jedoch sehr starke Eigenresonanzen, die oft nur für einen bestimmten Sound wirklich gut funktionieren.

Wenn es ums Recording geht ist mein jetziges Setup zumindest sehr flexibel und erzeugt einen guten Workflow. Man kann das unkorrigierte Signal auch mit aufnehmen und mit Impulse Responses oder Modeling (z.B. Native Instruments GuitarRig) versuchen, einen noch besseren, natürlicheren Sound hinzukriegen. Aber ich finde den Grundsound des PDI03 JB schon so gut, dass ich erstmal wunschlos glücklich bin.

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Was braucht man wirklich, um heute hochwertige Musik zu produzieren?

Was braucht man wirklich, um heute hochwertige Musik zu produzieren?

Eigentlich nicht viel. Wo früher große Mischpulte und Racks nötig waren um einen akzeptablen Mix eines größeren Arrangements hinzubekommen, genügt heute eine der vielen hervorragenden Digitalen Audio Workstations (DAW) wie Pro Tools, Logic oder Reaper.

Wer früher einen gut klingenden Synthesizer wollte, musste auf jeden Fall vierstellig in die Tasche greifen. Heute bekommt man flexible, von analogen Synthies kaum noch zu unterscheidende Softwareinstrumente fast geschenkt.

Von Hallgeräten will ich gar nicht anfangen (hallo, Lexicon).

Dann ist da noch das Sampling von ganzen Orchestern, wie es die Vienna Symphonic Library z.B. macht oder gigantische Libraries wie die EastWest Produkte. Auch diese sind gemessen an ihrem Umfang unfassbar günstig in der Anschaffung.

Oder Drums: Nach wie vor ist die Schlagzeugaufnahme im Studio das aufwändigste und teuerste der üblichen Bandinstrumente. Doch heute gibt es Plugins wie Toontracks Superior Drummer oder XLN Addictive Drums, die mit wenigen Mausklicks einen überzeugenden, realistischen Drumsound erzeugen. Natürlich wollen die meisten Drummer ihr eigenes Kit und ihre Performance auf der Aufnahme haben, aber es gibt immer mehr Möglichkeiten, die Kosten im Studio zu reduzieren. Z.B. kann man ein echtes Drumkit nur mit Overheads oder sogar nur die Becken mit einem einfachen Stereopaar aufnehmen und den Rest via Softwareinstrument ersetzen.

All diese tollen Möglichkeiten, die man auch mit wenig Budget zur Verfügung hat, bringen natürlich nichts, wenn man nicht weiß wie damit umgehen.

Daher gilt heute mehr denn je: Können schlägt Kapital.

Hier ist was du wirklich brauchst, wenn du frisch in die Welt des Homerecording startest: Einen halbwegs anständigen PC (ich empfehle ein Macbook), eine solide Abhöre (am besten Studiomonitore, nach wie vor nicht durch billige HiFi Boxen zu ersetzen) und je nach Genre entweder ein MIDI Eingabe Gerät wie ein Keyboard/Launchpad oder ein anständiges Mikro mit Audiointerface (bekommt man zusammen für unter 300€).

Aber viel wichtiger als das: eine Menge guter Ideen und Werkzeuge, um daraus Songs zu bauen. Und natürlich solltest du die Grundlagen der Tontechnik und Musiktheorie lernen, um frustrierende Erlebnisse zu vermeiden und selbst Probleme lösen zu können.

Die SineWing Academy kann dir genau dieses Know-How vermitteln und gezielt deine Fragen beantworten. Ich mache nur Einzelkurse, die auf dich individuell zugeschnitten sind. So lernst du nur, was du wirklich brauchst.

Schau doch mal auf eine kostenlose Schnupperstunde vorbei:

www.sinewing.com/kurse

Auf bald und frohes Basteln,

Tobias